Understand The World (LP)

Rockblog Bluesspot – Understand The World

Sie läuft und läuft und läuft….Dieser von mir beim “persönlichen Fürwort” ( diesen Ausdruck habe ich noch so in der Volksschule in den 1960ern gelernt ) veränderte Werbespruch über den VW Käfer, auch aus den 1960er Jahren, passt vorzüglich zu dieser CD. Er beschreibt, welcher Sound seit ein paar Tagen bei mir für Begeisterung sorgt. Die neue und zweite CD der schwedischen Rocker aus dem Hause Transubstans Records ist `ne Wucht, in jeder Beziehung. In jeder der acht Weisen und in knapp 53 Minuten verstehen wir die Welt der “Three Seasons” mehr und mehr. Ihre Soundwelt ist tief in die Rockmusik der 1960er und 1970er verstrickt, ohne sich zu verheddern. Aus einer großen Anzahl aus sehr verschiedenen Rock Stoffen, mit kleinen Zutaten aus dem Blues und Soul, schneidern Christian Eriksson, Olle Risberg, Sartez Faray und ihre Mitstreiter einen Soundanzug, der wie angegossen passt. Ich nehme als Beispiel den Titelsong, “Understand The World”. Ich versuche mal zu beschreiben, was sich in diesem Song, der knapp acht Minuten dauert, so alles abspielt. Der Beginn ist ein Paket aus wechselsaitigen Tönen mit akustischer und elektrischer Gitarre, die kräftige Tasteninstrument Unterstützung erhalten. Der leicht heisere, männliche Gesang setzt ein, wird kurz danach ergänzt durch weiblichen Gesang. Ein feines, ruhiges Tastensolo folgt, der Gesang bekommt einen sehr souligen Touch. Es geht weiter mit einem Bluesrock Solo mit sehr ungewaschenem, hartem Gitarrensound, wieder tatkräftig unterstützt von abwechslungsreichen Tastenanschlägen. Nach dem Gitarren Abbrand wird es zum Schluss hin wieder ruhiger, folkiger, mit Akustikgitarre und Tastenunterstützung.

In diese Richtung wandert auch der Song “Maria”, ein sehr schöner Folksong, mit toller Akustikgitarre und vielen Tastenschmankerln, nachher auch im Wechselspiel mit der elektrische Gitarre. Ein Instrumentalsong, der auch noch einige federleichte Latinausflüge beinhaltet. Zwei freudestrahlende, treibende Hardrocker der Güteklasse “Uriah Heep vermischt mit Ten Years After und Ram Jam” sind “I Would Be Glad” und “Cant`t Let Go”. Und schmutzigen, schmierigen, harten Bluesrock bekommen wir bei “Ain`t Got Time” vor die Köpfe geknallt.

Die Münder bleiben sowieso während der gesamtem Spielzeit offen, nicht nur vor Staunen über die Qualität der Musik. Denn die Rockermeute aus Schweden macht während der gesamten Spielzeit Musik, die nicht nur für die Schmierung der Gelenke beim Konsumenten sorgt und Verspannungen beseitigt, sondern auch das Biervernichtungssyndrom in uns weckt. Bass und Schlagzeug sorgen für wohligen Groove, der weibliche und männliche Gesang ist mal fein, mal schmetternd, mal betörend, mal niederschmetternd. Und ich kann mir noch gut vorstellen, das von oben eine leider vor einigen Wochen verstorbene Tastenkoryphäe der Rockmusik sehr wohlwollend den Sound der schwarzen und weißen Tasten vernimmt. Die Gitarrenattacken hauen die Farbe von den Lautsprechern oder driften auch mal in den Süden. Wechseln die Klangfarben von tiefem purple nach ganz schwarz oder sorgen für wohliges Knistern. Liebe Freaks, da kommt mal wieder was großartiges aus Schweden auf uns zu, laßt uns zusammen diesen Sound feiern…Volker

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

18 − nine =